Freitag, 28. Februar 2014

Ist ja nur 'ne Phase...

Neulich im Fratzenbuch...

Das Töchti hatte Ende letzten Jahres einen Nähkurs besucht und gleich im Anschluß sein dreiwöchiges Berufspraktikum bei derselben Schneidermeisterin absolviert. Dabei sind zwei wirklich wunderbare Kleidungsstücke herausgekommen, die das Töchti mit Stolz trägt: einen Fishtailrock und ein Raglanshirt mit Kapuze. Sieht beides richtig toll aus!
Ich bewundere ja Leute, die sich ihre Klamotten selbst herstellen, ohnehin. Ich habe nämlich zwei linke Hände und zu wenig Geduld für solche Friemeleien. Außerdem halte ich Nähmaschinen für Dämonen und so eine Art vampiroide Roboter, die mir mit Vorliebe in die Hand beißen wollen. Da dresche ich lieber Nieten mit ordentlichem Kawumms! in meine Kleider (die mir jemand anderes näht).
Wie dem auch sei, das Töchti präsentierte dieses Foto von sich im neuen Rock auf Facebook.




Es entspann sich daraufhin in den folgenden Tagen eine lustige Konversation zwischen einem Bekannten meines Gatten und mir. Dazu muß man wissen, daß der gute Mann nicht unbedingt um die Ecke wohnt und uns, sprich den Rest der Familie, max. dreimal zu Gesicht bekommen hat, uns also eigentlich gar nicht kennt.

Es ging also los mit "hihi:-)...die Gothic Phase! Hatte unsere auch, ging aber vorbei!". Meine Reaktion: "Ääääh...daß das nur eine Phase ist und vorbei geht, kann ein Irrtum sein ;)" Er wieder: "Wartet's ab...das gibt sich!" Ich: "Ja, darauf warten meine Eltern noch immer *LOL*" Den Wink mit dem Zaunpfahl hat er nicht verstanden...
Ich mein', irgendwo fand ich es ja auch ziemlich niedlich von ihm, mich trösten und mir vermitteln zu wollen, daß diese pubertären Anwandlungen ganz normal sind und man als Eltern einfach darüber stehen muß, wenn die Kinder eben in die Gothic-Phase kommen. Wir hätten das ja alle in unserer Jugend durchgemacht, also solche Phasen. 
Er gestand mir dann, daß er in den 80er Jahren ja mal Popper war. Ih, pfui! Das waren die mit den pastellfarbenen Lakotzhemden und den Brechlingtonsocken!
Aber das habe ich ihm großmütig verziehen, das war ja nur 'ne Phase :D

Aber irgendwie kamen wir an einen Punkt, an dem mir diese ganzen Phasenfaseleien zuviel wurden und ich ihn dezent *hüstel* darauf hinwies, daß die Schwarze-Klamotten-Phase bei mir nie ein Ende gefunden hatte. Nein, ich habe ihm meine Pikes nicht um die Ohren gehauen, falls das jemand vermuten sollte, höchstens virtuell! Er war dann ein wenig fassungslos und mein gruftiges coming out brachte ihn vollkommen aus dem Konzept, als er merkte, daß er bei mir eigentlich offene Türen einrannte. Wie gesagt, er war höchstens dreimal oder so bei uns zu Besuch und daheim laufe ich nicht aufgebrezelt herum wie Siouxsie bei einem ihrer Auftritte. 
Seine Bestürzung äußerte sich dann in einer Bemerkung, die mich wiederum bis ins Mark erschütterte. Als er neulich bei uns gewesen wäre, hätte ich so normal ausgesehen, hat er gesagt. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen!
Normal? ICH? Wahrscheinlich sah ich in diesem Moment aus wie ein Fisch auf dem Trocknen, der heftig nach Luft schnappt.
Aber mal im Ernst: was stellen sich die Stinos denn vor? 
Natürlich laufe ich zuhause, in meinen eigenen vier Wänden, in bequemen und zweckmäßigen Alltagsklamotten herum. Und wenn ich ein Gespräch mit meinem Doktorvater habe oder in die Uni muß, kleide ich mich auch nicht so, als würde ich auf's WGT wollen. 
Die Kleidungsstücke, die ich trage, sind fast ausschließlich schwarz. Manchmal habe ich eine bunte Phase (haha, eine Phase, ne?!) und ziehe auch mal etwas Violettes oder Burgunderfarbenes an. Diese Anwandlungen gehen jedoch schnell wieder vorbei. Mein Kleiderschrank ist eigentlich ein schwarzes Loch.

Und meine Haare sind schwarz (gefärbt). Aber nicht immer gekreppt und mit 1000 Litern Haarlack toupiert. Falls das jemand von mir erwartet, muß ich ihn enttäuschen. Das habe ich früher mal gemacht, als ich noch den Robert-Smith-Siouxsie-Frisurenstyle pflegte. Heute sind meine Haare dazu zu lang und ich mag sie mir nicht mit dem Kreppeisen verbrutzeln. Aber ich habe immer noch eins (das auch hin und wieder benutzt wird) und ohne Haarlack kann ich nicht leben. Außerdem dauerte es Stunden, die Haare so hinzukriegen. Das ist mir einfach zuviel Aufwand für den Alltag.
Aber ich sehe nicht normal aus, MENNO! *mitdenbepikestenfüßenaufstampft*
Oder doch?

Mittwoch, 26. Februar 2014

Keine Pikes mehr?

Schlechte Nachrichten aus Berlin: Headrazor100 verkauft keine Pikes mehr, da der Hersteller, der in England sitzt, im Januar pleite gegangen ist. :-(
Das teilte man mir gestern per Email mit.
Dabei war ich so scharf auf die 9-Schnallen-Pikes...

Bei Spontis läuft gerade ein Projekt der Frau B aus G, die wohl einen Schuhmacher an Land gezogen hat, der willens ist, einer Horde konservativer Gruftis das passende Schuhwerk herzustellen. Schauen wir mal, was daraus wird.
So weit war ich nämlich auch schon mal, bis der Schuhmacher mir doch eine Absage erteilt hat. Hoffen wir, daß Frau B aus G mehr Glück hat :)

Montag, 17. Februar 2014

Freiräume für Sub_Kultur

Am Samstag, dem 15.02., traf ein Haufen buntgemischtes Volk auf dem Bonner Kaiserplatz zusammen, um für mehr Freiräume für Sub_Kultur und gegen die Verödung der Bonner Kulturlandschaft auf die Straßen zu gehen. Die Teilnehmer waren zwar hauptsächlich jugendlichen Alters, aber im Grunde waren alle Bevölkerungsschichten vertreten: vom Säugling bis zum Rentner, vom Stino bis zum Grufti und zum Punk. Jaaaa, es gibt tatsächlich noch Punks in Bonn, ich war ganz geplättet!


Hintergrund dieser Demo: eine Handvoll Kleingeister, die sich von div. Open-air-Festivals, public viewing und anderen (sub-)kulturellen Ereignissen, die in und um Bonn herum stattfinden, gestört fühlen, haben davor gesorgt, daß diese Events zunächst nur noch unter strengsten Auflagen bzw. gar nicht mehr stattfinden konnten. So starb die R(h)einkultur nach fast 30 Jahren aufgrund "mangelnder Unterstützung der Stadt Bonn" *hüstel* U.a. liegt die "mangelnde Unterstützung" wohl auch in dem nicht wirklich klaren Standpunkt der Rathaus-Bon(n)zen begründet, die zwar die Menschenmassen, die die R(h)einkultur anzog, begrüßten, aber dennoch den Klagen einiger Anwohner (das ging mehrfach durch die Lokalpresse) Gehör schenkten.
Ganz aktuell ist der Streit um die Klangwelle auf dem Münsterplatz, den zwei (!!!) Querulanten angezettelt haben, denen es bei ihrem Umzug in die Bonner Innenstadt wohl nicht klar war, daß mitten in der City wohl ein wenig mehr Trubel herrschen kann als in 'ner Dorfrandlage. Wir sind gespannt, wie lange sie noch den Weihnachtsmarkt dulden werden...



Es ist mir unbegreiflich, daß die Bonner Bürokraten den Forderungen einiger Weniger, die ihr Ruhebedürfnis höher schätzen als die Bewahrung des kulturellen Lebens in Bonn, stattgeben. Damit sägen die Verantwortlichen eigentlich selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen, denn seien wir mal ehrlich: Bonn war immer schon ein langweiliges Provinznest, das, seitdem Berlin wieder Hauptstadt des deutschen Reiches, ähm, pardon, von Großdeutschland, neee, das war's auch nicht... unserer Bananenrepublik wurde, langsam, aber sicher in seinen Dornröschenschlaf zurück sinkt. Festivals wie die R(h)einkultur in den Rheinauen, der Kunstrasen, Konzerte auf dem Marktplatz, die Klangwelle oder der Künstler- und Handwerkermarkt auf dem Münsterplatz, Rhein in Flammen, das Beethovenfest, der große Rheinauenflohmarkt, die Oper (die auch mit einer Menge Schwierigkeiten zu kämpfen hat, um es mal verharmlosend auszudrücken) etc. etc. - es gab/gibt unendlich viele und vielfältige Veranstaltungen in und um Bonn - locken Besucher an, die wiederum jede Menge Kohle in die ewig klammen Stadtkassen spülen. Für jeden war/ist etwas dabei und dementsprechend sprachen/sprechen diese unterschiedlichen Events auch zahlreiche Menschen an. Und wenn viele Menschen zusammenkommen, gibt es nun einmal Lärm. Musik z.B. Ganz, ganz gräßlich! Wahrscheinlich ist Beethoven deshalb ertaubt. Freude schöner Götterfunken, aber bitte nicht in Bonn...



Da guckt der liebe Ludwig van ganz stoisch auf die Menschenmenge auf dem Münsterplatz herab und wundert sich wahrscheinlich darüber, wie weit es mit seiner Heimatstadt gekommen ist, daß die Leute für ihr Recht, Musik hören und sich daran zu erfreuen, demonstrieren müssen.


Paradox ist es gar, daß die Stadt Bonn auf ihrer Homepage so für sich wirbt: "Bonn gilt jeher als Kulturstadt. Aus dieser Tradition hat sich in allen kulturellen Sparten ein vielfältiges, lebendiges und erfolgreiches Kulturleben entwickelt.", aber alles dafür tut, den Veranstaltern Steine in den Weg zu legen oder dringend benötigte Zuschüsse und Gelder zu streichen und in andere Kanäle zu leiten. Das Bonner Kulturleben liegt im Sterben, aber das scheint bei den Bon(n)zen im Rathaus noch nicht angekommen zu sein...



Weitere Links zum Thema: 


Sonntag, 5. Januar 2014

Batty New Year

Ich bin ein wenig spät damit, ich weiß...
Trotzdem...

A Toast to A Bloody Good New Year!

Im Moment geht es hier ein wenig ruhiger zu, da ich mich auf ein Blockseminar Anfang Februar vorbereite und 2013 genauso stressig endete, wie es begann. Naja, es ist Goth sei Dank vorüber und 2014 kann eigentlich nur besser werden...
In diesem Sinne auf ein Neues!

Montag, 30. Dezember 2013

Alle Jahre wieder...

Wir haben Weihnachten überlebt. Hurra!
Seit einigen Jahren machen wir es so wie anno dazumal die alten Ägypter.
Wir verbarrikadieren uns und lassen keinen herein, damit sich die Mär von der stillen Nacht und dem Fest der Liebe bewahrheitet. Und wir verlassen das Haus nicht und statten auch niemandem einen Besuch ab - im Gegensatz zum Rest der Menschheit, die Weihnachten dazu nutzt, Angehörige und angeheiratete Verwandtschaft heimzusuchen, deren Speisekammern zu plündern und einen zünftigen Familienkrach anzuzetteln. 

Ja, schon die alten Ägypter wußten, daß es besser ist, sich am Jahresende zu verrammeln, treiben doch die Unheil und Krankheit bringenden Dämonen der Sachmet gerade dann ihr Unwesen und machen mit ihrem Pesthauch jede Feiertagsstimmung zunichte. Diese vagabundierenden Schreckgestalten, die Seuchen und Tod verbreiten, lässt man am besten nicht ins Haus. Daher laden wir auch niemanden aus unseren Familien ein. Es ist nun nicht so, daß ich all meine Angehörigen meide wie die Pest, jedoch den größten Teil. Denn eigentlich, so meine Erfahrungen nach zig Weihnachtsfesten mit der lieben *röchel* und ziemlich großen Verwandtschaft, geht es denen bei derlei Familienzusammenkünften doch nur darum, einen ordentlich in die Pfanne zu hauen. Auch wenn diese Festivitäten meistens friedlich beginnen - meistens freut man sich ja, auch mal die Tanten und Onkel, die am anderen Ende von Deutschland oder der Welt wohnen, wiederzusehen -, enden tun diese Spektakel ganz anders. 

Familie ist ein seltsames Konstrukt vollkommen verschiedener Menschen, die außer ein paar Erbinformationen nichts miteinander teilen. Und jedesmal, wenn man wieder dem Irrglauben "Blut ist dicker als Wasser" erlegen ist, darf man feststellen, daß man mit diesen Leuten im Grunde nichts Wesentliches zu besprechen hat (gut, es gibt auch Ausnahmen wie meinen Papa). Im Grunde sind es Fremde, die außer besagten Genen keinen Anteil an dir haben. Nach dem üblichen small talk und der unvermeidbaren gemeinsamen Mahlzeit macht sich Sprachlosigkeit breit, die alle Beteiligten unter enormen Streß setzt. Man ist ja zum Fest der Liebe zusammengekommen und wen, wenn nicht die Verwandtschaft, muß man lieben? Ergo muß man auch miteinander reden können. Nur über was? 

Krampfhaft wird nach einem Thema gesucht, über das man sprechen könnte und oftmals gerät die zähe Unterhaltung ins Stocken, weil man sich eben nichts zu sagen hat und nichts von dem anderen weiß. Und das Wenige, das man weiß, liegt ohnehin jenseits des eigenen Horizonts und bietet allenfalls Angriffsfläche. Die Stimmung wird bei der schwerfälligen Suche nach einem Gesprächsthema deutlich schlechter und irgendwann ist man an einem Punkt angelangt, wo man enttäuscht vom Verlauf des Feier und der Verständnislosigkeit der Verwandtschaft immer angriffslustiger und der Ton immer schärfer wird. Irgendwann bricht dann der Krieg los - spätestens eine Stunde nach dem Nachmittagskaffee. Und oft endeten die Schlachten im großmütterlichen Salon damit, daß irgendeine Partei den Rückzug antrat und vor dem Ende des Familienfestes heulend nach Hause fuhr. Ach, wie besinnlich war das damals doch!

Irgendwann hatte ich die Nase voll und habe mich diesem Wahnsinn entzogen. Leider habe ich es nicht wirklich geschafft, denn ebenso wenig wie man das Auftauchen von Sachmets Dämonen verhindern kann, kann man der Familie entkommen - sei es die eigene oder die angeheiratete. Angehörige sind keine Freunde, Punktum. Der größte Unterschied liegt, wie ich vor einigen Tagen wieder feststellen durfte, darin, daß, auch wenn meine Freunde meine Macken nicht nachvollziehen können, sie diese ohne wenn und aber tolerieren und darauf Rücksicht nehmen. Und vor allem kann ich mit ihnen über das sprechen, was mich bewegt, ohne Gefahr zu laufen als geisteskranke Idiotin abgestempelt zu werden. Die Familie tut das nicht - ganz im Gegenteil. Und ich bin immer noch extrem sauer auf meine Schwiegermutter. Die hat jetzt einfach einen Punkt überschritten, wo bei mir der Ofen aus ist und in nächster Zeit auch nicht wieder angeheizt wird.

Bei der Familie meines GGs ist es nämlich leider Sitte, zu Weihnachten ein Kaninchen zu verspeisen. Für mich, die ich mit diesen Tierchen aufgewachsen bin und selbst welche halte, ist das ebenso abartig und pervers wie es für meine Schwiegermutter wäre, würde man eines ihrer Enkelkinder schlachten und ihr als Braten vorsetzen. Ich fühle mich jedesmal in einen Horrorfilm versetzt, wenn ich dem Massaker zusehen muß. Abgesehen davon, daß mir speiübel wird und ich auf Kommando losheulen und auf den Tisch kotzen könnte, steigen Haß und Abscheu in mir hoch und der Wunsch, diesen Leuten, die ich ja eigentlich mag und zu denen auch mein Mann gehört, mit einer scharfen Axt die Köpfe einzuschlagen. Na gut, vielleicht bin ich doch eine geisteskranke Irre...

Aber es ist für mich so furchtbar, zuzusehen, wie diese Tierchen, die ich so liebe - und ich sehe immer das Lebewesen vor mir, wenn der Braten serviert wird - in einer Art Zombieapokalypse zerfleischt werden. Ekel, nichts als Ekel und Wut empfinde ich dabei! 
Gott sei Dank fahren wir seit einiger Zeit Weihnachten nicht mehr zu meinen Schwiegereltern, die glücklicherweise weit weg wohnen. Also blieb mir das Gemetzel und der Brechreiz in den letzten Jahren erspart, bis... ja, bis meine Schwiegermutter neulich meinem GG per Telefon angekündigt hat, ihm bei seinem nächsten Besuch (er war beruflich in der Gegend) ein Kaninchen mitzugeben, das ich dann zubereiten solle.
Mein erster Gedanke war: hat die bekloppte Alte den A... offen?

Das Einzige, was ich mit toten Kaninchen mache, ist, die armen Tiere im Garten zu beerdigen, aber bestimmt nicht kochen oder braten!
Ich rede mir seit Jahren den Mund fusselig und engagiere mich dafür, daß keine Kaninchen aus Masthaltung mehr in Supermärkten landen, hatte selbst Pflegekaninchen und seit meiner Kindheit eigene und dann das!
Daß ich in die Luft gegangen bin, brauche ich wohl nicht zu erwähnen oder?

Aber dieser Vorfall hat mich nur wieder darin bestärkt, daß man sich seine Freunde genau aussuchen und dabei besser nicht auf Familienangehörige zurückgreifen sollte, die nicht freundlich mit einem umgehen. Ich weiß, daß meine Schwiegereltern uns schon häufig unter die Arme gegriffen haben, und bin ihnen auch sehr dankbar für ihre Unterstützung, aber diese Rücksichtslosigkeit nehme ich meiner Schwiegermutter wirklich krumm und daß sich mein GG dabei auf die Seite seiner Mutter schlägt, tut weh. Ich bin ansonsten ein ziemlich pflegeleichter Vegetarier und versuche nicht, meine Leichen verzehrende Umwelt auf den Tofutrip zu bringen, aber bei Kaninchenbraten ist Sense. 
Glücklicherweise ist meinem Mann dann doch die Erkenntnis gedämmert, daß es ein Unglück geben könnte, wenn er die Kaninchenleiche mit nach Hause brächte. Obwohl er's wahrscheinlich nicht nachvollziehen kann, wieso ich deshalb so ausgerastet bin, hat er mir immerhin diesen grausigen Anblick erspart. Aber sauer bin ich immer noch!

Nun ja, es sind eben die letzten Tage des Jahres angebrochen und die Dämonen werden immer stärker und energischer!  Lasst die giftigen Miasmen und die bösartigen Boten der Sachmet nicht in euer Haus dringen und feiert ein glückliches Neujahr!

Montag, 18. November 2013

Skillet live in Köln

Am gestrigen Abend begleitete ich das Töchti zum Konzert von Skillet im Bürgerhaus Stollwerck in Köln. Ist zwar nicht meine Musik, aber was nimmt man als Mama nicht alles auf sich, um dem Kind einen langgehegten Wunsch zu erfüllen?
Ein wenig Verwirrung gab es wegen der Uhrzeit, zu der das Konzert beginnen sollte. Offiziell sollte das Spektakel um 20 Uhr (Einlaß 19 Uhr) beginnen, auf der HP des Bürgerhauses war 21 Uhr angegeben. Ein Anruf bestätigte uns den späteren Beginn. Nur wussten die Bands offensichtlich nichts davon, daß das Konzert um eine Stunde verschoben worden war...und ein Teil der Besucher auch nicht...
Naja, wir haben nur die erste Hälfte des Auftritts der nervigen Vorgruppe verpasst, die einfach die Bühne nicht räumen mochten und das "NEIN!" auf ihre zigmal wiederholte Frage, ob sie noch einen Song spielen sollten, nicht verstehen wollten.


Nach einem etwas länger währenden Umbau mit noch längerem Soundcheck betrat dann endlich Skillet die Bühne und das Kind flippte aus.
Wir standen oben auf einer der Emporen und hatten einen Superblick auf die Bühne und die Schweißtropfen, die John Cooper, dem Frontman von Skillet, aus den Haaren spritzten, und auf sein Robert-Smithoeskes Augen-Make up. 
Gut, ich gebe zu, ich bin kein Fan von Skillet und für mich hört sich ein Lied von denen an wie das andere, aber die Stimmung und die Atmosphäre auf dem Konzert waren toll, beinahe schon familiär zu nennen, besonders die Interaktion zwischen Cooper und seinen Fans.


Mein Mädchen war hin und weg und hüpfte die ganze Zeit wie ein Flummi auf und ab, gröhlte sang jeden Song mit und schlug mir nicht nur einmal die Kamera aus der Hand. Die ganze Empore bebte. Töchti war ja nicht die Einzige, die so abging.

 Mr. und Mrs. Cooper
Nein, bei dem blonden Wesen handelt es sich nicht um Farin Urlaub!

Bis zum gestrigen Konzert konnte ich mir nicht so recht vorstellen, was ich unter einer christlichen Rockband zu verstehen habe. "Christlicher Rock", "Alternative Metal" und "Nu Metal" sind die Genres, denen Skillet zugeordnet wird. Christlich und Rock oder Metal passen imho nicht wirklich zusammen, aber naja... Einige Male hatte ich das Eindruck, bei der Sonntagspredigt in der Kirche gelandet zu sein anstatt in einem Rock-Metal-wasweißich-Konzert. Dieses missionarische Geschwafel hätte sich Mr. Cooper m. E. sparen können und lieber ein paar Songs mehr spielen sollen.


Abgesehen davon rockte der Kerl wirklich die Show und riß sein Publikum mit. Einen kurzen Eindruck davon kann ich euch vielleicht mit diesem Video vermitteln.
Achtung, der Ton ist wirklich mies, der Krach war zuviel für unsere alte Kamera ;)


Töchti war begeistert. Leider fiel die Zugabe ziemlich mau aus und das Konzert war daher schneller vorbei, als wir gedacht haben. 

Ein Skilletfan bin ich gestern nicht geworden, aber so schlimm, daß sich mir jetzt die Fußnägel hochrollen, ist die Mucke nun auch nicht. Man kann sie sich durchaus anhören, muß ich zugeben. Und ein Band-T-Shirt gab's auch noch für's Kind :)

Freitag, 15. November 2013

Pikes - alt vs. neu

Auch wenn es mir schwerfällt, es zuzugeben, schneiden meine alten geliebten Pikes im Vergleich zu den neuen schlecht ab. Ich habe das gleiche Modell genommen, aus Veloursleder mit sechs Schnallen, aber die neuen unterscheiden sich qualitativ enorm von den 80er Jahre-Boots.

 hinten: neu - vorn: alt

Hersteller/Händler: 
neu: Headrazor100 (Ebay-Shop/Berlin) - alt: Underground (nicht sicher/Köln)

Kaufdatum:
2013 - 1985

Kaufpreis:
neu: 120 Euro - alt: 150 DM

Größe:
neu: 42 - alt: 41

Obermaterial:
echtes Veloursleder

Futter:
neu: Leder - alt: keins vorhanden

Absatzhöhe:
neu: 2,5 cm - alt: 7 mm 
(an einer nicht abgelaufenen Stelle gemessen)

Sohlendicke:
neu: 9 mm - alt: ca. 4 mm
(an einer nicht abgelaufenen Stelle gemessen)

Das Schnittmuster (oder wie auch immer der entsprechende Fachbegriff dafür lautet) ist dasselbe, der Schaft der neuen Pikes jedoch ein wenig höher und besitzt eine sorgfältig mit dem Futter vernähte Kante. Bei beiden ist die Ferse verstärkt, die Absätze und Sohlen der neuen, wie man auf dem Foto unten erkennen kann, wesentlich dicker. Außerdem stehen die Sohlen leicht über, was insbesondere die Schuhspitze vor'm Anstoßen schützt. Ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, hat aber auch Vorteile.


Der auffälligste Unterschied liegt jedoch in der Farbe des Reißverschlusses: bei meinen alten ist er schwarz, hier silbern. Aber auch was die inneren Werte angeht, unterscheiden sich die alten von den neuen Pikes. Hier bieten die neuen einfach die hochwertigere Verarbeitung: sie sind gefüttert und mit einer weichen Innensohle versehen. Dadurch ist der Tragekomfort höher. Ja, ich bin in einem Alter, in dem man auf so etwas Wert legt :D
Die Riemen sind ebenfalls verstärkt, bei denen von meinen alten handelt es sich nur um fisselige, dünne Lederstreifen.


Die Form ist die gleiche, aber die Aufsicht ergibt ein leicht unterschiedliches Bild. Dadurch, daß der Schaft bei den neuen Pikes (re) höher ist, sind auch die Riemen und Schnallen höher angebracht und der Reißverschluß sichtbarer.


Fazit: trotz geringer optischer Unterschiede eine in meinen Augen absolut gelungene Kopie bzw. verbesserte Version meiner 80er Jahre-Pikes. Mein jahrelanges Suchen danach hat endlich ein glückliches Ende gefunden.

Donnerstag, 14. November 2013

Alltagsproblemchen eines Junggruftis

Das Kind und seine Schulkameraden mal wieder...

Es ist schon interessant mitzuerleben, daß meine Tochter beinahe das Gleiche in der Schule erlebt wie ich damals. Ein außergewöhnliches Äußeres polarisiert einfach und wird als Kampfansage verstanden: "Ich bin nicht so wie ihr und will nichts mit euch zu tun haben!" Die Gefahr ist dabei ziemlich groß, zur Zielscheibe des allgemeinen Spotts zu werden und zum Lästerobjekt Nr. 1 der totally hippen Girlies, die in der Schule den Ton angeben, und deren farblosen Mitläufern. Es ist doch einfacher, über Dinge, die man nicht versteht oder verstehen will, oder Menschen, mit denen man sich nicht auseinandersetzen möchte, das Maul zu zerreißen. Davon kann sich eigentlich niemand freisprechen. Was das angeht, halten wir's am besten mit den Ärzten und lassen die Leute reden. Gleiches Recht für alle: wir ratschen ja auch über die Stinos :D

Ärgerlicher wird es nur, wenn Gerüchte in die Welt gesetzt und Lügen verbreitet werden, um jemanden in Misskredit zu bringen. Der ehemals beste Kumpel meiner Tochter z.B. hat sich von jetzt auf gleich und aus für sie unerfindlichen Gründen dazu entschlossen, nichts mehr mit ihr zu tun haben zu wollen und den hippen Typen nachzulaufen, die nichts in der Birne haben, aber dafür jede Menge teurer Markenklamotten besitzen. Es ist schon bemitleidenswert, wie sehr er um die Aufmerksamkeit seiner ach, so coolen Klassenkameraden heischt. Denn eigentlich ist er, um es mal im heutigen Jugendjargon auszudrücken, das totale Opfer. Es ist kein Wunder, daß er bislang mit meiner Tochter befreundet war, denn Außenseiter schließen sich häufig zusammen, um im Klassenverband wenigstens nicht ganz allein dazustehen. Jetzt redet er aber den Hohlköpfen nach dem Mund und versucht alles, um von ihnen anerkannt zu werden, indem er dem im Grunde harmlosen Geläster noch einen draufsetzt. Er erzählt u.a., daß ich ihn nicht ausstehen könne, weil er kein Goth sei. Ich weiß ja nicht,  ob er an grandioser Selbstüberschätzung leidet und sich zu wichtig nimmt, oder, was wahrscheinlicher ist, gar kein Selbstbewusstsein besitzt, um so einen Unsinn zu behaupten. Sich auf Kosten anderer aufspielen zu müssen, spricht eigentlich für Letzteres. 
Aber ganz ehrlich: was kümmert mich der Inhalt seines Kleiderschranks? Meinetwegen kann der Kerl im rosa Tutu und lila Glitzerschuhen zur Schule kommen! 

Damit, daß ich ihn nicht mag, liegt er jedoch gar nicht so falsch. Daß dieser bösartige Giftzwerg meine Tochter via Facebook und Skype neuerdings angeht und bedroht, nehme ich ihm wirklich übel. Und falls seine Eltern oder er mir mal über den Weg laufen sollten, dann gnade ihm Goth!
Meine Tochter hingegen nimmt die Geschichte anscheinend etwas gelassener als ich - ich bin halt 'ne Mama und das Wohlergehen meiner Kinder liegt mir am Herzen. Daher tangiert mich diese Geschichte wohl mehr als Töchti.
Sie hat einfach kurzen Prozeß gemacht und ihren Ex-Kumpel auf FB und Skype blockiert. Ihn auch in der Schule zu ignorieren, gestaltet sich ein wenig schwieriger. Er hat wohl bemerkt, daß die angesagten Typen nicht wirklich etwas mit ihm zu tun haben wollen, und dackelt nun wieder meiner Tochter und ihren Freundinnen hinterher, mischt sich in Mädchengespräche ein (das kommt natürlich suuuuuper an!) und schreibt meiner Tochter (die beiden sitzen am selben Tisch) Zettelchen. Sie antwortet jedoch auf nichts und behandelt ihn so, als sei er gar nicht vorhanden. Das macht ihn sauer und aggressiv. Und noch viel wütender macht ihn, daß sein Zorn an meiner Tochter abprallt...

Im Gegensatz dazu sind einige Klassenkameraden auf meine Tochter zu- und mit ihr ins Gespräch gekommen. Sie wollten wissen, was es mit ihrer schwarzen Kleidung auf sich hat und wie man ein Goth wird (hä?). Ein paar Mädchen haben sogar vor, mit ihr zum Bummeln in die Stadt zu fahren, sie würden ein paar Läden kennen, wo's tolle schwarze Klamotten gäbe.  Töchti hat versucht, ihnen zu erklären, daß es ihr nicht nur um's Styling gehe, aber nun ja, diese Halbwüchsigen sind nun einmal in einem Alter, in dem viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt wird, welche Kleidung jemand trägt und welches Label. Immerhin dämmert es einigen doch wohl, daß es im Leben nicht nur darauf ankommt.

Ein wenig perplex war ich jedoch ob der Frage, wie man ein Goth wird. Die Frage nach den Gründen, dem Warum hätte ich logischer und interessanter gefunden. Aber das interessiert nicht. Hat man damals unseren offen zur Schau getragenen Nonkonformismus als eine Art Geisteskrankheit angesehen, die von in der Pubertät überschießenden Hormonen ausgelöst wurde (hey, wir Altgruftis können dann wohl bald mit der Ausrede Hormonstörung aufgrund der Wechseljahre kommen!), sieht man heute darin wohl eher eine Art Geschmacksverirrung und Modesünde. Befürchteten unsere Eltern, wir wären in die Fänge einer satanistischen Vereinigung geraten und würden als Menschenopfer auf den Altären irgendeiner Teufelssekte landen, entsetzt es die Erzeuger von Töchtis Schulkameraden eher, daß man keine Klamotten von Hollister, Esprit & Co trägt und sich die Haare nicht blondiert. It's all about style! 

Mittwoch, 13. November 2013

Die Pikes von Headrazor sind da!

Heute war es endlich so weit! 
Nach gut zwei Wochen ungeduldigen Wartens klingelte es heute Mittag an der Tür und der GLS-Mensch, den meine euphorische Begrüßung wohl ziemlich verschreckte, überreichte mir das Paket, auf das ich so sehnsüchtig gewartet hatte.
Darin befand sich das schönste Paar Pikes, das ich jemals gesehen habe, und ich konnte mir das ein oder andere Freudentränchen nicht verkneifen, als ich die Schuhe endlich in den Händen hielt. Sie waren übrigens ausgesprochen sorgfältig in Seidenpapier eingeschlagen und kamen in einem stabilen Paket hier an, das zusätzlich mit Klarsichtfolie als Nässeschutz umhüllt war.

Die Pikes sind aus Veloursleder gefertigt, samtig und pechrabenschwarz, und gleichen meinen alten aus den 80ern bis auf wenige Details. Wenn's euch interessiert, schiebe ich morgen einmal einen Vergleich zwischen meinen alten und den neuen nach. So viel sei schon einmal verraten: die neuen sind wesentlich besser verarbeitet und machen einen qualitativ hochwertigeren Eindruck als die 80er-Boots. Ich habe Schuhgröße 42 bestellt, da meine reguläre Schuhgröße zwischen 41 und 42 schwankt. Die Pikes passen haargenau und sind superbequem.

Gekostet haben sie 120 Euro plus 4,90 Euro Fracht und ich bereue keinen einzigen Cent dieser Summe. Allen, die immer noch auf der Suche nach schönen Pikes sind, kann ich deshalb den Ebayshop von Headrazor100 nur empfehlen. Auch wenn ich immer noch glaube, daß die Pikes aus der Schmiede von Retroshu/The Winklepickerstore stammen...
Falls sich diese Vermutung als Tatsache erweisen sollte, ist es für mich um so unverständlicher, daß die Inhaber des Ladens ihre Kunden mit ihrer kaum vorhandenen Kommunikationsbereitschaft vor den Kopf stoßen. Denn die Schuhe, die ich bekommen habe, sind wirklich toll!

Der Kundenservice von Headrazor jedoch spricht für sich. Jede Email von mir wurde geduldig beantwortet, kalkuliert nur ein wenig mehr Wartezeit ein als angegeben - die Geschichte könnt ihr hier und da nachlesen. Und nein, ich bekomme mein nächstes Paar Pikes nicht umsonst, weil ich hier quasi Werbung für den Laden mache. Ich bin einfach nur glücklich mit meinem Neuerwerb!
Und den möchte ich euch nun zeigen. Die Fotos sind mit Blitz aufgenommen, daher wirkt die Oberfläche des Veloursleders sehr unruhig. Teilweise sind die Fotos etwas überbelichtet. Damit lassen sich jedoch Details, die Nähte z.B., besser erkennen.




Nein, die Pikes sind nicht anthrazitfarben, sondern wirklich schwarz!

Dienstag, 12. November 2013

Musik-Tag

Ha, diesen Tag fand ich so amüsant, daß ich unbedingt mitmachen wollte. Außerdem muß ich die Zeit irgendwie totschlagen, bis ich meine neuen Pikes bekomme - falls sie jemals hier eintreffen werden. 
Bei diesem Tag geht es darum, folgende Fragen mit Songtiteln seiner Lieblingsband zu beantworten. Auf geht's!

Pick your Artist: The Cure
Are you male or female? The Perfect Girl (uuuuh!)
Describe yourself! Piggy in the Mirror (morgens nach dem Aufstehen)
How do you feel? Cold (deshalb ziehe ich mir jetzt etwas Warmes an)
Describe where you currently live! Fascination Street 
If you could go anywhere, where would you go? A Forest
Your favourite form of transportation: Jumping Someone Else's Train (na, nicht wirklich)
Your best friend is… Happy the man
You and your best friend(s) are… Siamese Twins
What’s the weather like? Cold (schon wieder)
If your life was a TV show, what would it be called? The Funeral Party
What is life to you? A Short Term Effect
Your last relationship: Just like Heaven
Your fear: Torture
What is the best advice you have to give? Fight
How would you like to die? Schnell und zwar in Seventeen Seconds um 10:15 Saturday Night
Your soul’s present condition: Faith
Your Motto: Play for Today